"Nachhaltigkeit braucht Ehrlichkeit"
Im Foyer des neuen Hörsaalzentrums der Bergischen Universität Wuppertal trafen sich Mitglieder und Gäste des Marketing-Clubs Bergisch Land zum ersten abendlichen Treffen des neuen Jahres am 19. Januar. Und dies nicht zum letzten Mal, verkündete Clubpräsident Vok Dams. Denn die Kooperation mit der Uni soll intensiviert werden, weitere Abende im Gebäude K mit attraktiven Themen und interessanten Referenten sind geplant. "Hochspannend" sei die Öffnung der Uni hin zur regionalen Wirtschaft und den Unternehmen "gerade für die Marketing-Spezialisten". betonte Dams und dankte Rektor Prof. Lambert T. Koch und dem Dekan der Schumpeter School of Business and Economics, Prof. Michael J. Fallgatter, für ihre Gastfreundschaft. Auch Koch zeigte seine Freude über die neuen Veranstaltungen und den "gelebten Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft." Für Fallgatter ist es schlicht "toll, dass der Marketing-Club zu uns kommt." Er betonte die gute Ausbildung der Absolventen der Schumpeter School und seine Hoffnung, dass diese "irgendwann bei Ihnen ankommen."
Nachhaltigkeit wird der Schwerpunkt des Vortragsprogramms sein, dass der Marketing-Club für dieses Jahr erarbeitet hat. So stellte Moderatorin Petra aus dem Siepen die drei Referenten zum Thema des Abends vor. Zur Frage "Green Design - Innovationstreiber oder Modeerscheinung?" sprachen Prof. Dr. Tobias Langner, Lehrstuhlinhaber für Marketing an der Schumpeter School und selbst Vorstandsmitglied des Marketing-Clubs, Dr. Franz-Georg Simon, Fachgruppenleiter an der Bundesanstalt für Materialforschung in Berlin und Prof. Martin Topel, Industriedesigner und Lehrstuhlinhaber an der Universität Wuppertal/Industrial Design.
Langner rückte das Konsumentenverhalten in den Vordergrund und mit ihm die Fragen, wie ehrlich wir selbst dem Thema gegenüberstehen und aus welchen Gründen wir ökologisch handeln, aber auch, wie nachhaltig die so beworbenen Produkte wirklich sind. Mehr als ein Fünftel der Konsumenten gäben an, Bioprodukte zu kaufen, aber der Anteil dieser Produkte sei weitaus geringer. Auch sei nicht Altruismus der Hauptgrund, der den Konsumenten zu seinem Tun bewege. Und es müsse ehrliches Marketing bei der Produktqualität betrieben werden. Nachhaltig sei, was in diesem Sinne gut, aber auch günstig sei.
Simons Thema war die Materialeffizienz der mittelständischen Unternehmen. Sicher sei die Ressourcenproduktivität besser geworden, aber immer noch spare man weniger an Material und Energie, sondern oftmals lieber beim Personal. Dass es auch anders gehen kann, zeigte Simon an teils einfachen, aber wirkungsvollen Lösungen, die Unternehmen für ihre Produkte gefunden haben, um nachhaltiger wirtschaften zu können.
Topel plädierte in seinem Vortrag vor allem für die Abkehr von den Produktversprechen, "die Dinge müssten immer komplexer werden", wie er an den Beispielen multifunktionaler Telefone oder einer mit dem Internet verbundenen Kaffeemaschine verdeutlichte. Nachhaltigkeit brauche nicht nur Ehrlichkeit, sondern vor allem auch Einfachheit und Verständlichkeit wie auch eine Wertschätzung dieser Attribute. Das Produkt solle für den Konsumenten sein, nicht umgekehrt.
Nach diesen Vorträgen entspann sich eine intensive Diskussion zwischen Publikum und Referenten, und auch die angeregten Gespräche im Anschluss zeigten, dass man auf die nächste Veranstaltung an der Uni schon sehr gespannt sein darf. Nachhaltig als Produkt ist in jedem Fall aber der "Bergische Hammer", den Langner, Simon und Topel als Anerkennung für ihre erhellenden und auch nachdenklichen Vorträge von Clubpräsident Dams erhielten.
Unsere Rückblicke werden erstellt von Peter ten Eicken.








